Praktische Pädagogik
Lernberatung
Claudia Hartmann


Blick zurück

 
Ich erinnere mich nicht mehr, wann genau mir die Idee des "Moving Labyrinths" kam. Irgendwann im Sommer wurde aus der Idee
Realität. Per Zufall stieg ich Eisenacher Straße aus der U-Bahn und kam an der Apostel-Paulus-Kirche vorbei. Mir fiel das Plakat
der Veranstaltung "Der Faden der Ariadne" auf. Peng, dass passt zu meinem Labyrinth. Ich nahm Kontakt auf, und so kam es,
dass ich am 23. Juli mein erstes Lichter-Labyrinth in der Kirche aufbaute.
Im August zog ich weiter aufs Tempelhofer Feld und baute mein Labyrinth aus Tüchern. Bunt waren nicht nur die Tücher, auch
die Erfahrungen, die in einem Buch mit mir geteilt wurden. "Leider leben wir in einer Zeit in der die Gesellschaft diese Art von
Ruhe nicht schätzt. Eine tolle Erfahrung!" Dieser Satz hat mich dazu bewogen das nächste Labyrinth an einem sehr hektischen
Ort aufzubauen - an der Schlesischen Straße, direkt vor der Oberbaumbrücke. Eine befahrene Straße, die U-Bahn bretterte oben
und die Menschen hechteten unten vorüber. Die Radfahrer warfen einen Blick und traten in die Pedale. Touristen fotografierten
das bunte Tuch-Labyrinth, lasen die Info-Tafel und waren auch gleich wieder weg. Geduldig wartete ich, bis sich die erste Person
traute. Und dann kamen doch weitere. Kurz bevor ich abbauen wollte, kam eine Frau, stieg vom Fahrrad und ging hinein. Wieder
draußen sagte sie: "Danke für dieses Geschenk."
Ich werde oftmals gefragt, warum ich die Labyrinthe aufbaue. Dieser Dank ist die Antwort.
Mit der Friedensglocke im Friedrichshainer Volkspark habe ich einen für mich berührenden und besonderen Ort gewählt. Ich freute
mich auf das Lichter-Labyrinth an diesem Ort. Doch es kam anders. Es fing mit einem Scherbenhaufen an. Die Kisten mit den Gläsern
fielen und die meisten zerbrachen. Mein Rettungsversuch das Labyrinth aus Buttertüten und Sand aufzubauen gelang nicht. Da saß
ich dann mit wenigen Lichtern und guten Freunden, trank Tee und ließ die Glocke erklingen. Dem Weg zu folgen und ihn annehmen.
Das wurde mir an diesem Abend wieder bewusst. Genau wie im Labyrinth.
Das letzte Labyrinth in diesem Jahr fand am Landwehrkanal in Kreuzberg statt. Es war ein wunderbar leuchtender Adventssonntag
mit vielen offenen Menschen, die durch das Labyrinth gegangen sind.
Herzlichen Dank an alle, die mich unterstützt und die sich auf die Erfahrung eingelassen haben.
Ich freue mich auf das MOVING LABYRINTH 2015!